Marketing · 9 Min. Lesezeit
Local SEO für Anwälte: So finden dich Mandanten bei Google
Kurzantwort: Mandanten suchen eine Kanzlei meist in einer Stresslage: Kündigung, Unfall, Mietstreit. Sie geben „Anwalt Arbeitsrecht [Stadt]“ oder „Strafverteidiger in der Nähe“ ein und entscheiden nach Rechtsgebiet, Lage, Bewertungen und Erreichbarkeit. Gefunden wirst du, wenn dein Google-Profil vollständig ist, deine Kontaktdaten überall gleich lauten und jedes Rechtsgebiet eine eigene, verständliche Seite hat.
Wenn du eine Kanzlei-Website erstellen lassen willst, findest du Ablauf und Angebot auf der Seite Website für Anwälte. Dieser Artikel erklärt, wie Mandanten dich bei Google finden und was du dafür selbst tun kannst.
Eine Seite „Arbeitsrecht in [Stadt]“ mit typischen Anliegen, Ablauf der Erstberatung und Ansprechpartner hilft Mandanten mehr als zehn allgemeine Sätze über Kompetenz. Genau diese Klarheit sucht auch Google.
Wie Mandanten eine Kanzlei suchen
Die Suche verbindet fast immer Rechtsgebiet und Ort: „Fachanwalt Familienrecht Köln“, „Anwalt Mietrecht Ehrenfeld“, „Verkehrsrecht Anwalt in der Nähe“. Google zeigt dazu oben eine Karte mit wenigen Kanzleien und darunter die normalen Treffer. Viele rufen direkt aus der Karte an. Wer weiterklickt, will in wenigen Sekunden wissen: Ist das mein Thema, wie erreiche ich jemanden, wirkt die Kanzlei seriös?
Verzeichnisse und Portale können ergänzen. Sie ersetzen aber keine Darstellung, die du selbst bestimmst, und sie listen dich neben Mitbewerbern. Empfehlungen bleiben wichtig. Lokale Sichtbarkeit sorgt dafür, dass dich auch Menschen finden, die keine Empfehlung haben oder neu zugezogen sind.
Das Google-Profil der Kanzlei
Das Google-Profil ist der Eintrag, der in Maps und in der Karte erscheint. Für Kanzleien zählt:
- Hauptkategorie passend wählen, etwa „Rechtsanwalt“ oder ein spezielleres Rechtsgebiet, wenn Google es anbietet, dazu Nebenkategorien für weitere Schwerpunkte.
- Leistungen je Rechtsgebiet eintragen, in Worten, die Mandanten verwenden („Kündigungsschutzklage“, „Scheidung“).
- Öffnungs- und Telefonzeiten aktuell halten, auch Sonderzeiten.
- Fotos von Eingang, Besprechungsraum und Team, damit Mandanten wissen, wohin sie kommen.
- Beiträge zu Erreichbarkeit, neuen Schwerpunkten oder Vorträgen.
Wie Google die Reihenfolge in Maps bildet, erklärt der Ratgeber Google Maps Ranking. Wie du den Eintrag Schritt für Schritt ausfüllst, steht im Ratgeber zum Google Business Profil.
Kanzleiname, Adresse und Telefon müssen im Impressum, im Google-Profil und in Verzeichnissen exakt gleich lauten. Eine alte Durchwahl bei einem Portal reicht schon für widersprüchliche Angaben. Mehr dazu im Ratgeber NAP-Konsistenz.
Rechtsgebiete als eigene Seiten
Jedes Rechtsgebiet, das du wirklich bearbeitest und nach dem in deiner Stadt gesucht wird, bekommt eine eigene Seite. Darauf gehören:
- typische Anliegen in Alltagssprache, zum Beispiel „Kündigung erhalten, was jetzt?“
- Ablauf: Erstkontakt, Erstberatung, nächste Schritte, welche Unterlagen helfen
- wer in der Kanzlei das Gebiet bearbeitet, mit Werdegang und Schwerpunkten
- Hinweise zu Kosten, soweit du sie seriös allgemein angeben kannst
- ein klarer Kontaktweg: Telefon, Formular, Terminbuchung
Verknüpfe verwandte Gebiete untereinander und mit der Teamseite. Lege keine Stadtseiten ohne Inhalt an, nur um weitere Orte abzudecken. Wie eine solche Struktur aussieht, zeigt der Artikel Lokale SEO-Website-Struktur.
Bewertungen seriös sammeln und beantworten
Bewertungen sind für Kanzleien heikel und wertvoll zugleich. Frag nach abgeschlossenen Mandaten, wenn der Mandant zufrieden ist, mit einer kurzen Mail und dem direkten Bewertungslink. Biete nichts dafür an und gib keinen Text vor. Wege und Formulierungen findest du im Artikel Google Bewertungen bekommen.
Bei Antworten gilt die Verschwiegenheitspflicht. Du bestätigst nicht, dass jemand Mandant war, und nennst keine Details. Bei kritischen Bewertungen reicht ein sachlicher Satz mit dem Angebot, das direkt zu klären.
Grenzen: Berufsrecht für Anwaltswerbung
Anwälte dürfen werben, solange die Werbung sachlich über die berufliche Tätigkeit informiert und nicht auf ein einzelnes Mandat zielt (§ 43b BRAO, § 6 BORA). Den Titel Fachanwalt führst du nur mit Verleihung durch die Rechtsanwaltskammer. Für weitere Schwerpunkte sprichst du von „Tätigkeitsschwerpunkt“. Keine Erfolgsquoten, keine gekauften Bewertungen, keine Versprechen zum Ausgang eines Verfahrens.
Fachbeiträge auf der Website sind sinnvoll, wenn sie Fragen allgemein klären und deutlich machen, dass sie keine Beratung im Einzelfall ersetzen. Nenne den Autor und das Datum der letzten Prüfung.
Sammle die Fragen, die im Erstgespräch und am Telefon immer wieder kommen, und beantworte sie auf den Rechtsgebietsseiten. Sekretariat und Website setzen dann dieselben Erwartungen, und die Gespräche werden kürzer.
Google Ads oder Local SEO?
Klicks auf Anzeigen für Rechtsthemen gehören erfahrungsgemäß zu den teureren. Eine gepflegte Basis aus Google-Profil und Rechtsgebietsseiten macht dich unabhängiger davon. Anzeigen eignen sich für einen neuen Schwerpunkt oder einen Engpass, nicht als Ersatz für fehlende Seiten. Wenn Anzeigen laufen, führe sie auf die passende Rechtsgebietsseite statt auf die Startseite. Was Klicks kosten und wovon das abhängt, erklärt der Artikel Google Ads Kosten.
Mehrere Standorte
Jeder echte Standort mit Besucherverkehr bekommt ein eigenes Google-Profil und eine eigene Seite mit Adresse, Zuständigkeiten und Team. Die Marke bleibt gleich, die Ortsangaben sind getrennt. Mehr dazu im Ratgeber Multi-Standort-SEO.
Häufige Fehler bei Kanzleien
- Ein Fließtext für alle Rechtsgebiete
- Kein klarer Kontaktweg, Telefon auf dem Handy schwer zu finden
- Veraltete Teamseiten
- Verschiedene Telefonnummern in Profil, Impressum und Verzeichnissen
- Keine Routine für Bewertungen
- Stadtnamen gehäuft im Text ohne echten Inhalt
- Ungenaue Titel wie „Fachanwalt“ ohne Verleihung
Plan für die nächsten 90 Tage
- Rechtsgebiete nach Bedeutung ordnen und für jedes eine Seite planen.
- Google-Profil, Impressum und Verzeichnisse abgleichen.
- Ablauf der Erstberatung und Kontaktwege auf der Website klar beschreiben.
- Bewertungsbitte nach abgeschlossenen Mandaten fest einplanen.
- Jeden Monat einen Fachbeitrag oder eine FAQ aktualisieren, jede Woche Bewertungen beantworten und das Profil prüfen.
Miss Anrufe, Formularanfragen und Klicks auf „Route“ im Google-Profil, nicht nur Besucherzahlen. Den größeren Rahmen beschreibt der Leitfaden Lokale SEO.
Zusammengefasst
Local SEO für Anwälte heißt: Mandanten finden in Sekunden ihr Rechtsgebiet, die zuständige Person und den Weg zum Erstgespräch. Das gelingt mit einem vollständigen Google-Profil, einer Seite je Rechtsgebiet, gleichen Kontaktdaten überall und seriösen Bewertungen. Fachliche Substanz kann Local SEO nicht ersetzen, aber sie sorgt dafür, dass man sie findet.
Häufige Fragen
Reicht ein Eintrag in einem Anwaltsverzeichnis?
Als Ergänzung ja. Verzeichnisse zeigen neben dir auch andere Kanzleien, und du bestimmst die Darstellung nicht selbst. Ein gepflegtes Google-Profil und eine eigene Seite je Rechtsgebiet machen dich direkt auffindbar.
Welche Rechtsgebiete sollten eigene Seiten bekommen?
Die, die du wirklich bearbeitest und nach denen Mandanten in deiner Stadt suchen. Lieber vier gründliche Seiten als zwölf dünne.
Sind Google-Bewertungen für Kanzleien wichtig?
Ja. Sie beeinflussen, ob jemand anruft, und sie gehören zu den Angaben, die Google für die Karte auswertet. Bitte seriös um Bewertungen und antworte, ohne Details zum Mandat zu nennen.
Was darf ich als Anwalt werben?
Sachliche Informationen über Kanzlei, Tätigkeitsschwerpunkte und Ablauf sind erlaubt (§ 43b BRAO, § 6 BORA). Den Titel Fachanwalt führst du nur, wenn die Rechtsanwaltskammer ihn verliehen hat. Erfolgsversprechen und reißerische Werbung sind tabu.
Was kostet eine Kanzlei-Website?
Das hängt von Zahl der Rechtsgebiete und Umfang ab. Preise und was drin ist, stehen auf der Seite Website für Anwälte und unter Website-Kosten. Nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein festes Angebot.
Wie sichtbar bist du heute?
Der Check zeigt dir für deinen Betrieb und deinen Ort, wo du bei Google, in Maps und in der KI-Suche auftauchst. Kostenlos, der Bericht kommt per Mail.
Kostenlosen Check startenJoachim Schmitt
Joachim Schmitt ist Gründer von rankPilot und schreibt zu lokaler SEO, Google Business Profil, Webseiten und digitalem Marketing für mittelständische Unternehmen in Deutschland. Mehr auf der Autorenseite.